Die Lage des Weinbergs ist es, die einen Wein auszeichnet. Deshalb bemühen sich die Österreichischen Traditionsweingüter seit mehr als 25 Jahren, eine international vergleichbare Klassifikation der Weinlagen zu erstellen. Die WienWein Winzer sind Teil dieses Prozesses. Bis heute wurden 12 Wiener Rieden als ÖTW Erste Lagen klassifiziert:

1. Ried Falkenstein, Bisamberg
2. Ried Wiesthalen, Bisamberg
3. Ried Ulm, Nussberg
4. Ried Gollin, Nussberg
5. Ried Rosengartel, Nussberg
6. Ried Preussen, Nussberg
7. Ried Langteufel, Nussberg
8. Ried Steineberg, Grinzing
9. Ried Seidenhaus, Grinzing
10. Ried Schenkenberg, Grinzing
11. Ried Sätzen, Maurerberg
12. Ried Himmel, Maurerberg

RIED FALKENSTEIN, BISAMBERG

RIED WIESTHALEN, BISAMBERG

RIED ULM, NUSSBERG

RIED GOLLIN, NUSSBERG

RIED ROSENGARTEL, NUSSBERG

RIED PREUSSEN, NUSSBERG

RIED LANGTEUFEL, NUSSBERG

RIED STEINEBERG, GRINZING

RIED SEIDENHAUS, GRINZING

RIED SCHENKENBERG, GRINZING

RIED SÄTZEN, MAURERBERG

RIED HIMMEL, MAURERBERG

Die besten Lagen Wiens herauszuarbeiten und damit besonders charakterstarke Weine auszuzeichnen – das ist das Ziel der Lagenklassifikation der Österreichischen Traditionsweingüter. Für den Konsumenten bedeutet dieses Siegel eine Orientierungshilfe in der großen Vielfalt der Weine dieser Welt.

Die Lagenklassifikation zeichnet jene Lagen aus, die über Jahre herausragende Weine hervorbringen. Es sind jene Lagen, die mit ihrem Rebbestand, der Bodenstruktur, dem Mikroklima, ihrer Exposition sowie Höhenlage großartige Voraussetzungen für die Entstehung solcher Weine bieten. Es werden ausschließlich Weine aus gebietstypischen Sorten zugelassen. Die drei Kategorien der Lagenklassifikation lauten „Klassifizierte Lage“, „Erste Lage“ und „Große Lage“, wobei das Prädikat „Große Lage“ bisher noch nicht vergeben wurde. Seit 2019 haben alle Wiener Winzer die Möglichkeit, ihre Lagen klassifizieren zu lassen. Dafür müssen die vorgegebenen Kriterien eingehalten werden. Es gilt ein Beobachtungszeitraum von drei Jahren.

Die Österreichischen Traditionsweingüter wurde 1992 gegründet und umfassen heute 36 Mitglieder in der Donauregion (Kamptal, Kremstal, Traisental, Wagram), 20 Mitglieder in Carnuntum und 6 Mitglieder in Wien. Der Klassifizierungsprozess ist langwierig und zeichnet sich durch höchste Sorgfalt aus. Ein klassifizierter Weinberg muss nicht nur besondere Eigenschaften hinsichtlich Boden und Kleinklima aufweisen, sondern auch über Jahre hinweg den Beweis erbringen, dass dort gebietstypische Weine von höchster Güte wachsen.

Bisamberg

  • Ried Wiesthalen
  • Ried Wiesthalen
  • Ried Falkenberg

Ried Wiesthalen

Bewirtschaftet von WEINGUT CHRIST

Größe

25 ha

Seehöhe

223–305 m

Neigung

Ausrichtung

S-SO
Vor 350.000 Jahren gelang es der Donau den Bisamberg und den Nussberg zu trennen. Bei dieser Riede senkt sich der Bisamberg nach Osten ab und es bildet sich ein talähnlicher Wiesengrund. Diese Senke gibt der Riede die Betitelung Wiesthalen.

Ried Wiesthalen

Bewirtschaftet von Weingut Christ

Größe

25 ha

Seehöhe

223-305 m

Neigung

Ausrichtung

S
Vor 350.000 Jahren gelang es der Donau den Bisamberg und den Nussberg zu trennen. Bei dieser Riede senkt sich der Bisamberg nach Osten ab und es bildet sich ein talähnlicher Wiesengrund. Diese Senke gibt der Riede die Betitelung Wiesthalen.

Ried Falkenberg

Bewirtschaftet von Weingut Christ

Größe

12,5 ha

Seehöhe

228-270 m

Neigung

Ausrichtung

0-SO
Vogelnamen als Riedbezeichnung lassen auf Vogelfang oder das vermehrte Vorkommen von Vögeln an diesem Ort schließen. Es kann aber auch auf eine Zucht von Falken als zusätzliche Einnahme der Grundeigentümer hindeuten.

Nussberg

  • Ried Langteufel
  • Ried Preussen
  • Ried Rosengartel
  • Ried Gollin
  • Ried Ulm

Ried Langteufel

Bewirtschaftet von WEINGUT ROTES HAUS

Größe

8,8 ha

Seehöhe

288–338 m

Neigung

10°

Ausrichtung

S-SW
Die Bezeichnung leitet sich von der Grundstücksform ab: Die Ried Langteufel ist eine große, nach Süden hin keilförmige Ried. Man erzählt sich, dass die Länge des Weingartens bei der Bewirtschaftung schon immer sehr viel Mühe machte. So fluchten die Hauer: „Teufel, ist der lang“. In den Aufzeichnungen gibt es einen Eintrag vom 28. November 1384 über den Verkauf eines „1/8 des Weingartens, genannt der Langtewel, gelegen am Nusperg."

Ried Preussen

Bewirtschaftet von WEINGUT WIEN COBENZL, WEINGUT FUHRGASSL-HUBER, WEINGUT ROTES HAUS, WEINGUT WIENINGER

Größe

12,2 ha

Seehöhe

210–325 m

Neigung

12°

Ausrichtung

S-SO
Der Namensgeber dieser Ried ist der Königliche Rat Heinrich Preussel, der von den Jahren 1277 bis 1288 das Urfar von Nussdorf als Lehen besaß. Das urfar (althochdeutsch) oder urvär (neuhochdeutsch) ist ein Landeplatz für Schiffe und Boote. Es bezeichnet aber auch das Fährrecht für eine Stelle am Ufer, an der man an- oder überfährt. Das Urfar in Nussdorf wird im 11. Jahrhundert das erste Mal erwähnt und war ein sehr wertvoller Besitz.

Ried Rosengartel

Bewirtschaftet von WEINGUT WIENINGER

Größe

1,6 ha

Seehöhe

232-262 m

Neigung

12°

Ausrichtung

S-SO
Die Ried Rosengartel wird als Filetstück des Nussbergs bezeichnet. Sie spielte bereits in der österreichisch-ungarischen Monarchie eine herausragende Rolle. Erstmals scheint am 21. Oktober 1365 eine Eintragung auf, in der die Stiftung eines halben Jochs Weingarten, „gelegen an dem Nuzperg und haisst das Rosengertl“, dokumentiert ist.

Ried Gollin

Bewirtschaftet von Weingut Fuhrgassl-Huber

Größe

5 ha

Seehöhe

220-275 m

Neigung

12°

Ausrichtung

S-SO
Als „Colein am Nussberg“ ist der Name seit 1315 historisch belegt. Außerdem findet sich ein Eintrag zu einer Übergabe eines Viertels Weingarten vom 7. Juni 1330, „der do leit am Nuzperge zenaehst der nunnen Weingarten von Tiernstein und stosset oben auf den Weingarten, der da haisset der Golein“. Gallen – mundartlich Golin ausgesprochen – sind eine nicht mehr gebräuchliche Benennung für Feuchtigkeit. Somit werden die Reben optimal mit Wasser versorgt.

Ried Ulm

Bewirtschaftet von Weingut Wieninger

Größe

3,5 ha

Seehöhe

204-250 m

Neigung

10-20°

Ausrichtung

S-SO
In der mittleren Höhenlinie des Nussberges gelegen, nebst der Donau, befindet sich die Ried Ulm. Marine Strandterrasse mit Wiener Sandstein im Untergrund. Oberflächlich extrem viele marine Ablagerungen, die nach Rückzug des Meeres nicht erodiert sind. Sehr hoher Kalkgehalt.

Grinzing

  • Ried Schenkenberg
  • Ried Seidenhaus
  • Ried Steinberg

Ried Schenkenberg

Bewirtschaftet von WEINGUT FUHRGASSL-HUBER

Größe

5,17 ha

Seehöhe

268–298 m

Neigung

Ausrichtung

S-SW
Südlich der Ried Seidenhaus an der Grenze zu Sievering befindet sich die 1329 erstmals erwähnte Ried Schenkenberg. Wiener Sandsteinzone mit kalkhältigen Quarzsandsteinen und geringem Grad an marinen Ablagerungen. Böden sind deutlich alkalischer als die höheren Lagen.

Ried Seidenhaus

Bewirtschaftet von Weingut Wien Cobenzl

Größe

1,1 ha

Seehöhe

360-375 m

Neigung

Ausrichtung

S
Die Ried Seidenhaus liegt südlich des Gutes Cobenzl auf dem Reisenberg und gehörte zur Schlossanlage Cobenzl. Dort tafelten die Gäste in einem exklusiven Teil des Schlossrestaurants, dessen Wände Seidentapeten zierten – daher der Name. Diese vergleichsweise junge Bezeichnung für die Weinriede scheint erstmals 1997 in der Riedenkarte auf.

Ried Steinberg

Bewirtschaftet von Weingut Wien Cobenzl

Größe

5,5 ha

Seehöhe

303-330 m

Neigung

5-10°

Ausrichtung

SO-SW
Die Riede verdankt ihren Namen einem nahegelegenen Steinbruch. Sie scheint im Franziszeischen Kataster auf und ist auch in den Grundbüchern eingetragen. Historisch betrachtet wurde sie am 5. April 1340 erstmals genannt und vom Oktober 1391 findet sich eine Aufzeichnung über den Verkauf eines Weingartens „ze Grintzingen an dem Stainperge“.

Maurerberg

  • Ried Himmel
  • Ried Sätzen

Ried Himmel

Bewirtschaftet von WEINGUT EDLMOSER

Größe

2,3 ha

Seehöhe

300–330 m

Neigung

10°

Ausrichtung

S-SO
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Mauer trug das Datum 1210. Weinbau wird hier seit dem Mittelalter betrieben. Die Bezeichnung Himmel deutet auf eine hochgelegene Fläche hin.

Ried Sätzen

Bewirtschaftet von Weingut Edlmoser

Größe

10,7 ha

Seehöhe

250-300m

Neigung

15°

Ausrichtung

S
Das Mikroklima in dieser Lage ist einzigartig: Hier gibt es viele Sonnenstunden, kühle Temperaturen in der Nacht und Feuchtigkeit vom benachbarten Wienerwald. Die Bezeichnungen „Satz“, wie „in den Sätzen“, oder „Neusatz“beziehen sich auf neuausgesetzte Weingärten.